Duxford Flying Legends 2018

„Warum nicht mal ein bisschen weiter weg? Mal durch neue Lufträume und über neues Terrain? Das rostige Englisch aufpolieren? Kein Problem! Acht Flieger, vier Flugzeuge. Quer durch Frankreich, über den Kanal nach Duxford zu den Flying Legends. Hier geht‘s zum Bericht...

Von der Alb nach Duxford!


Vor einigen Monaten entstand im Verein die Idee, die diesjährige Flugshow der Flying Legends in Duxford zu besuchen. Das Imperial War Museum, dutzende von Oldtimern in Aktion, Flieger aus aller Welt treffen - was will man mehr. Wie sich das für einen Luftsportverein so gehört, war fast ebenso klar: Wir fliegen da selber hin! Die Flugzeuge und Besatzungen waren schnell gefunden: Tina und Micha in der WT9 “EK”, Dudel und Mahde in der Bo 209 Monsun “FF”, Achim und Burki in der ASK 16 “LA” und Flip und Jojo in der Grob G 109 “EM”.

Bei den Vorbereitungstreffen herrschte ein wenig “Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten”-Atmosphäre. Unter Einsatz vieler Karten, Tablets, Filzstifte, Steaks und Bratwürste wurden Routen geplant, Reichweiten ermittelt und Flugpläne entworfen. Der französische Luftraum sieht auf den ersten Blick schon abschreckend aus, und dann über den Kanal - hoffentlich kommen da die Schwimmwesten nicht zum Einsatz.
Letztlich wurde aber doch eine Route mit minimalem Freigabeaufwand gefunden und der Papierkram gemeinsam vorbereitet.


Die “EK” startet dann letztlich am Freitag, den 13. Juli vom Übersberg, das kann ja nur gut gehen. (“EM” und “LA” sind schon ein paar Tage vorher geflogen, die EM macht noch einen Abstecher zu den Scilly Islands und schickt von dort wunderbare Bilder vom Meer, die fast aus der Südsee stammen könnten.) Die “FF” fliegt mit uns los, allerdings mit Startpunkt Mengen-Hohentengen. Unser erster Halt ist Pirmasens, wo wir nochmal tanken und dann recht schnell an Strasbourg Info übergeben werden. Der gefürchtete Luftraum erweist sich als ebenso harmlos wie die französischen Controller als freundlich, wir erhalten eine Freigabe für die TMA Etain und machen uns auf den Weg nach Westen. Unter ⅜ Cumuli geht es mit leichtem Rückenwind flott voran, nach zweieinhalb Stunden treffen wir uns in Calais-Dunkerque mit der “FF” zum Tanken, auch die Zollabfertigung ist schnell erledigt. Dann wird’s ernst, Schwimmwesten an und auf Richtung Großbritannien. Über dem Strand von Calais nochmal alle Anzeigen checken, dann ist nur noch Wasser unter uns. Als der Gleitkreis unseres SkyDemon komplett im Wasser liegt, haben wir schon ein seltsames Gefühl im Bauch, aber die “EK” schnurrt beruhigend vor sich hin, und die sich nähernden Klippen von Dover bringen uns schnell auf andere Gedanken.
Wir wechseln vom französischen auf einen britischen Akzent und lassen uns von “London Information” erst nach Westen und, mit der Skyline von London zur Linken, nach Norden Richtung Duxford lotsen.
Da Duxford aufgrund der aufwendigen Flugshow recht voll ist und die An- und Abflugfenster begrenzt, hatten wir im Vorfeld beschlossen, im benachbarten “Folwmere” unsere Zelte aufzuschlagen.

Kontaktaufnahme und Landung verlaufen problemlos, nach der Landung werden wir stilecht mit einem Land Rover als Follow-Me erst zur Tankstelle und dann zum Abstellplatz geleitet. Es herrscht eine wunderbare Atmosphäre am Flugplatz, von der C42 bis zur Antonov AN 2 ist alles vertreten, die Gastgeber aus Fowlmere kümmern sich liebevoll um uns. Highlights sind das English Breakfast und die von dreieinhalb Seiten abgeschirmte Freiluft-Erlebnisdusche - Klasse!

Auch neben der Fliegerei hat die Region einiges zu bieten, nach einer Stärkung mit Fish&Chips und Burgern in Fowlmere machen wir noch einen Abstecher in die wunderschöne Universitätsstadt Cambridge, wo der Abend gemütlich im Pub ausklingt.

Am nächsten Morgen soll’s dann losgehen nach Duxford, nur leider ist auf den Straßen das Chaos ausgebrochen und der Bus, der uns eigentlich abholen soll, steht mittendrin. Macht nix, die paar Kilometer schaffen wir in einer guten Stunde locker auch zu Fuß. Die freundliche Security läßt uns am Fluggelände durch den Nebeneingang herein und wir besuchen als erstes die Flightline, hier stehen die Oldtimer zum Anschauen wie die Perlen auf der Kette. Davor haben sich Mitglieder und Freunde des Imperial War Museum alte Uniformen und Kleider der 40er angezogen und lassen sich geduldig fotografieren und ausfragen.

Um 14:00 Uhr geht’s dann los, Staffel um Staffel aus Spitfires, Mustangs, Corsairs und Messerschmitts zeigt, was sie kann. Einmal B17 anlassen verbraucht wahrscheinlich so viel wie unsere Dynamic von Pirmasens nach Calais, und wenn Du glaubst, Du wüßtest, was Lautstärke ist, belehrt dich der Demoflug F-35 Lightning II eines Besseren.

Dazu passen prima “German Hotdogs mit Sauerkraut”. Die tollen Eindrücke wollen Abends natürlich verarbeitet werden, was bei Grillbuffet und herrlichem Sonnenuntergang prima gelingt. Dann treffen sich alle Stromnomaden noch an den Steckdosen, um für den Heimflug am nächsten Tag die Akkus zu laden, alle Formulare auszufüllen und Flugpläne aufzugeben.

Nachdem alle freiluftgeduscht in die Schlafsäcke gekrochen sind, bleibt nur noch eine Frage: Wie kommt man eigentlich nach Oshkosh?

 

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